«Flicken ist das neue Neu»: Wir begleiten Zürichs Reparaturbonus

Wie wir den Pitch um «Flick-it» für uns entschieden haben – und warum Reparieren mehr ist als ein Öko-Thema.

Manchmal beginnt ein Mandat mit einem Namen. Bei «Flick-it» war es genau so: Schon in einer frühen Projektphase durften wir dem neuen Reparaturportal von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) seinen Namen und sein Logo geben. Jetzt gehen wir den ganzen Weg mit. Wir haben den Pitch um die kommunikative Begleitung und Aktivierung des Projekts für uns entschieden – und freuen uns, ein Vorhaben zu begleiten, das genau unsere Sprache spricht.

Seit dem 10. Juli 2026 ist «Flick-it.ch» live. Über die Plattform finden Stadtzürcher*innen zertifizierte Reparaturbetriebe und beantragen den städtischen Reparaturbonus: bis zu 100 Franken pro Person und Jahr, höchstens jedoch 50 Prozent der Reparaturkosten pro Auftrag. Aktuell sind 43 Betriebe registriert, weitere folgen. Bonusberechtigt sind vorerst Reparaturen von Elektrogeräten und Textilien. Portal und Bonus sind Massnahmen eines dreijährigen Pilotprojekts, für das der Zürcher Gemeinderat einmalige Ausgaben von 3,846 Millionen Franken bewilligt hat.

Die eigentliche Aufgabe liegt nicht im Portal, sondern im Kopf

Ein Reparaturbonus ist schnell beschlossen. Ob er genutzt wird, entscheidet sich woanders: im Moment, in dem der Sandwichtoaster den Geist aufgibt oder die Lieblingsjeans reisst. Genau dort greift meist der Reflex zum Neukauf. Unsere Aufgabe ist deshalb keine reine Werbeaufgabe, sondern eine Verhaltensaufgabe: Wir wollen das Reparieren wieder als selbstverständliche, naheliegende und schlaue Option in den Zürcher Alltag holen – und die lokalen Betriebe als sichtbare Anlaufstellen positionieren.

Wir setzen darum nicht auf die klassische Kampagne, die einmal laut ruft und dann verhallt, sondern auf tragfähige Infrastruktur: Reparaturbetriebe und Quartierakteure als Multiplikatoren, kluge Impulse genau dort, wo die Entscheidung fällt, und Werkzeuge, mit denen unsere Partner selbst kommunizieren können. Was funktioniert, bauen wir aus. Was nicht funktioniert, lassen wir. Ein Pilotprojekt darf – nein: soll – lernen.

Flicken ist das neue Neu

Unser Leitgedanke bringt es auf den Punkt: «Flicken ist das neue Neu.» Reparieren ist keine Verzichtsübung und kein erhobener Zeigefinger, sondern schlicht die frischere Wahl. Man behält sein Lieblingsstück, zahlt dank Bonus weniger als für einen Neukauf – und tut nebenbei etwas für den Ressourcenkreislauf und die Klima- und Netto-Null-Ziele der Stadt. Das ist die Geschichte, die wir erzählen: direkt, mit einem Augenzwinkern und viel Züri-Lokalkolorit. Ohne Pathos, ohne Öko-Predigt.

Wie es weitergeht

Die von uns entwickelte Kommunikation startet Ende August 2026. Bis dahin bringen wir Konzept, Betriebe und Kanäle in Stellung. Für ERZ sammelt das Pilotprojekt derweil wertvolle Erfahrungen darüber, wie sich Reparaturverhalten wirksam fördern lässt – Erkenntnisse, die weit über Zürich hinaus interessant sind.

Wir sind überzeugt: Das Beste an einem Gegenstand ist oft nicht der Moment, in dem man ihn kauft, sondern der, in dem man ihn behält. Weitere Infos zum Reparaturbonus und zu den teilnehmenden Betrieben gibt es unter flick-it.ch.

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